Das Problem

Seit inzwischen mehr als 2 Jahren stöhnt die Stadt Dresden jeden Montag unter den Folgen der PEGIDA Demonstrationen. Sogenannte „besorgte Wutbürger“ brüllen ihren Hass gegen Menschen heraus, die sich auf den Weg nach Europa gemacht haben, weil sie Hilfe brauchen. Es sind Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, um vor Krieg, Terror, Hunger und Not zu fliehen. Es sind Männer, Frauen und Kinder, die alles verloren haben und die diesen letzten Schritt gehen mussten, um das letzte, was sie besitzen zu schützen – ihr Leben. Jeden Tag ertrinken hunderte Menschen bei dem Versuch, auf eigene Faust in völlig überfüllten Schlauchbooten das Mittelmeer zu überqueren. Europas Antwort darauf sind bewaffnete Grenzen – Mauern und Zäune, um den eigenen kleinen reichen Vorgarten gegen Eindringlinge zu schützen. Die sogenannten patriotischen Europäer möchten genau diese Mauern erhalten, sie höher werden lassen. Sie möchten Menschen in Not nicht helfen und sie möchten auch nicht, dass Politik, Hilfsorganisationen und die vielen ehrenamtlichen Helfer dies tun. In ihrem blinden Hass gegen alles Neue und vor allem gegen alles Fremde sind sie bereit wider besseren Wissens hinter Rechtspopulisten, Demagogen und Rassisten hinterherzulaufen, die ihnen ganz einfache Antworten und Lösungen auf die komplexesten Fragen versprechen. Dabei wird künstlich ein Tabu konstruiert – „Niemand traut sich mehr die Wahrheit zu sagen. Der Bürger wird mundtot gemacht.“. Dieses gefühlte Tabu wird dann jeden Montag mit viel Pathos heldenhaft gebrochen – „Wir sind das Volk. Lügenpresse. Das wird man wohl noch sagen dürfen. Wir lassen uns nicht verarschen!“. Ein einfaches plebiszitäres Instrument, welches in Deutschland im vorigen Jahrhundert zu einem der furchtbarsten Kriege in der Weltgeschichte geführt hat.

PEGIDA hat unsere Stadt polarisiert. Sympathisanten auf der einen Seite und die entschiedenen zivilgesellschaftlich engagierten Gegner auf der anderen. Die Mehrheit der Dresdner hat sich jedoch gar nicht positioniert. Sie scheinen gelähmt, sie sind leicht angeekelt von dem Mob, der sich allwöchentlich durch ihr gutbürgerliches, hochkulturelles Dresden brüllt. Es hat nichts mit ihnen zu tun, sie verschließen Augen und Ohren vor dem was hier passiert. Sie möchten davon nichts wissen.

Wir fragen uns: Soll von unserer Stadt weiter das Bild von rassistischen Demonstrationen ausgehen? Sollen weiterhin Journalisten, Politiker, ehrenamtliche Helfer und Schüler beschimpft und angegriffen werden? Sollen weiterhin gewalttätige Ausschreitungen gegen Flüchtlingsheime provoziert werden? Wollen wir uns ohne Gegenwehr von ein paar Rattenfängern an der Nase herumführen lassen? Wollen wir ihnen unsere schöne Stadt überlassen?

Die Dresdner müssen sich endlich gegen die Vereinnahmung ihrer Stadt durch Rechtspopulisten und damit einhergehende rechte Gewalt wehren und erheben. Wir wollen ihnen die Chance dazu geben. Wir verstehen, dass es nicht jedermanns Sache ist, dies auf der Straße in Form von Gegendemonstrationen zu tun. Viele Menschen finden sich selbst auch bei diesen nicht wieder; es scheint ihnen verbal zu  aggressiv geworden zu sein. Die Initiative „ProKopfGeldSpende“ zeigt eine neue Möglichkeit zur Gegenwehr auf. Die Idee ist einfach: PEGIDA schafft sich ab! Helfen wir doch dabei! 🙂